Unterwegs

Neuseeland mit dem Wohnmobil

Wow! Was für eine Reise…2014 sind wir mit dem Wohnmobil knapp 4 Wochen über beide Inseln Neuseelands gereist. Dank unseres Freundes Robin, der beruflich Auswanderern hilft in Neuseeland Fuß zu fassen, haben wir uns auf die wirklich sehenswerten Dinge konzentriert und die ein oder andere Touri-Falle ausfallen lassen. Wir sind übrigens trotzdem auch mal reingetappt :-D…

Wir fassen euch hier die Themen zusammen, auf die es beim Reisen mit dem Wohnmobil durch Neuseeland ankommt. Worauf sollte man beim Ausleihen des Wohnmobils beachten, was muss man über das Reisen selbst wissen, wie kommt man von der einen Insel zur anderen und was sollte einem im besten Fall nicht passieren. Wenn ihr Lust habt, zeigen wir euch in unserem Video, welche Erlebnisse unseren Trip unvergesslich gemacht haben, und welche Touri-Fallen ihr lieber meiden solltet. Eines vorab: Ob mit oder ohne Kinder, Neuseeland eignet sich hervorragend für das Reisen mit dem Wohnmobil.

Die Auswahl des Wohnmobils

Der Mercedes Sprinter: Perfekt für unsere Tour zu zweit

Der Sprinter ist klein aber fein. Er hat alles, was man für ein bisschen Luxus beim Campen braucht. In unserem Fall war er mit einer kleinen Küche mit Gasherd, einem Kühlschrank, einer Toilette und sogar mit einer Dusche ausgestattet. Das Bett war hinten und super gemütlich und bequem und konnte tagsüber zu einer Sitzgelegenheit umgebaut werden.

Der Sprinter verdient seinen Namen, weil er gerade im Vergleich zu anderen Wohnmobilen recht zackig durch das unebene Gelände Neuseelands kommt. Serpentinen waren keinen Problem für den Sportler unter den Wohnmobilen. Aufgrund seines vergleichsweise kleinen Umfangs hat man auch immer und überall einen Stellplatz gefunden. Es gab keine Wege, die wir mit dem Sprinter nicht nehmen konnten. Für die Art von Reise und ohne Kind auf jeden Fall eine sehr gute Wahl.

Achtung: Freedom Camping bzw. frei campen nur unter bestimmten Bedingungen

Wer nach Neuseeland reist, der sucht meistens das Abenteuer in der Natur. Unser Plan war es, möglicht immer frei zu campen. Also nicht auf Camping-Plätzen, sondern an den wunderschönen Naturschauplätzen, die Neuseeland in Unmengen zu bieten hat. Diese Stellplätze findet ihr übrigens am besten mit der App WikiCamps NZ. Diese kostet zwar 2 Euro, bietet euch dafür aber die meisten und schönsten kostenlosen und kostenpflichtigen Stell- und Camping-Plätze.

Wer in Neuseeland auf den sogenannten Freedom Camping Stellplätzen stehen möchte, der muss eigentlich nur ein Wohnmobil besitzen, das „self-contained“ ist. Das bedeutet, dass das Fahrzeug „unabhängig“ ist bzw. über ein „in sich geschlossenes“ System verfügt. Es muss ausreichend Frisch- und Abwasser bereit- und aufhalten können und auch die Toilette muss bestimmte Voraussetzungen erfüllen. Diese Kriterien werden von offiziellen Prüfern gecheckt und abgenommen. Ist ein Fahrzeug offiziell self-contained, dann erhält man einen blauen Aufkleber, der das bezeugt. Hat man diesen nicht, muss man hohe Strafen bezahlen, wenn man trotzdem frei steht.

Wohnmobil vor den Bergen Neuseelands
Unser „self-contained“ Sprinter in einer der zahlreichen schönen Landschaften.

Fies veräppelt: Self-contained ist nicht gleich self-contained – 250 NZD Strafe

Wir haben unseren Wohnmobilvermieter darüber informiert, dass wir größtenteils frei campen wollen und daher auch ein self-contained Wohnmobil brauchen. Wir entschieden uns für einen Mercedes Sprinter und hatten das große Glück, dass er fast noch neu war. Wir waren total zufrieden mit dem Auto und konnten überall problemlos frei campen und auch mehrere Tage autark stehen. Bis wir an einem Morgen, ca. nach der Hälfte unserer Reise, auf unserem romantischen Freedom Camping Platz aufwachten und einen Knöllchen an der Windschutzscheibe fanden. 250 New Zealand Dollar Strafe (ca. 145 Euro) !!! Wir glaubten unseren Augen kaum.

Einen Kaffee und ein paar Chats mit unseren Nachbar-Freedom-Campern, die ebenfalls Knöllchen erhielten, später, war klar was passiert ist. Wir hatten zwar ein self-contained Wohnmobil, allerdings sparte sich der Vermieter offensichtlich die Prüfung dessen. Wir fuhren also ohne den offiziellen Aufkleber durch die Gegend und ahnten nichts Böses. Bis zu diesem Tag. Wir riefen sofort unsere Vermietung an und beschwerten uns über das unverdiente Knöllchen. Die Vermietung fing auch noch an zu diskutieren. Zum Glück hat unser Englisch ausgereicht um selbstbewusst unseren Standpunkt zu formulieren und klar zu machen, dass wir diesen Strafzettel unter keinen Umständen bezahlen würden. Wir kamen uns wirklich veräppelt vor.

Im Wohnmobil in Neuseeland im Dschungel
Und so wird man wach, wenn man im Dschungel freedom camping macht :-).

Das Ende dieses Camper-Liedes war, dass wir die Strafe nicht bezahlen mussten, dafür aber leider die zweite Hälfte des Urlaubs immer auf richtigen Camping-Plätzen übernachten mussten, was natürlich wesentlich teurer und auch nicht ganz so romantisch und schön war, wie das Freedom Camping.

Aufpassen beim Ausleihen des Wohnmobils
Wenn ihr Freedom Camping machen wollt, stellt sicher, dass euer Fahrzeug self-contained und auch entsprechend und offiziell gekennzeichnet ist!

Die schönsten Freedom Camping Stellplätze Neuseelands

Ihr Lieben, die Wahrheit ist, dass man schon einiges falsch machen muss, um in Neuseeland auf einem Stellplatz zu stehen, der keine wunderschöne Aussicht oder atemberaubende Natur bietet :-). Plant eure Reise nicht nach den Stell- oder Camping-Plätzen, sondern lieber danach, was ihr gerne sehen möchtet. Ihr habt überall auf der Insel zahlreiche schöne Stellplätze. Und solltet ihr mal nicht begeistert sein, dann fahrt ihr noch mal 10 Minuten zum nächsten ;-).

Mit der App WikiCamps NZ habt ihr einen sehr guten Überblick über die Stell- und Campingplätze mit der jeweiligen Ausstattung. Eine kostenlose Alternative ist die App CamperMate. Allerdings fehlen euch hier einige schöne Stellplätze.Fahrt wohin ihr wollt und lasst euch einfach treiben. So wird die Reise mit dem Wohnmobil durch Neuseeland garantiert ein Kracher!

Wem die Liste mit den Top Stellplätzen jetzt trotzdem noch fehlt, dem wollen wir zumindest unsere Top 5 vorstellen. Es sind alles kostenlose Freedom Camping Stellplätze:

  1. Wellington, Owhiro Bay (Nordinsel)
  2. Taupo, Reid´s Farm (Nordinsel)
  3. Kaikoura, Meatworks Camping (Südinsel)
  4. Milford Sound, Cascade Creek Camping (Südinsel)
  5. Lakeside Domain bei Leeston (Südinsel)
Wakatipu spiegelt sich im Wohnmobil
Unser Lieblingssee, der Wakatipu, gespiegelt auf unserem sauberen Wohnmobil ;-)…

Was gibt es bei einer Reise mit dem Wohnmobil durch Neuseeland zu beachten?

Wie bereits angekündigt, eignet sich Neuseeland ganz hervorragend für das Reisen mit dem Wohnmobil. Man ist unendlich flexibel und sieht mit dem Wohnmobil die schönsten Orte. Das Beste, Freedom Camping ist in Neuseeland Gang und Gebe und somit ist man der Natur mit seiner fahrbaren Wohnung ständig sehr nahe.

Neuseeland gehört immer noch und auch trotz des Anschlages in Christchurch in 2019, zu den sichersten Ländern der Welt. Im Global Peace Index besetzt Neuseeland den 2. Platz. Auch vor gefährlichen Tieren in der Wildnis, braucht man sich in Neuseeland nicht fürchten. Trotzdem gibt es ein paar Dinge, die man bei der Reise durch Neuseeland mit dem Wohnmobil beachten sollte, wenn man entspannt reisen möchte. Hier eine Übersicht:

  • Lasst keine Touri-Prospekte sichtbar im Auto liegen; das enttarnt euch sofort als Tourist und macht euch damit angreifbarer
  • Parkt nur auf den für Wohnmobil offiziell gekennzeichneten Stellplätzen
  • Lasst Wertsachen und Bargeld nie im Wohnmobil zurück
  • Stellt euch auf schnell wechselnde Wetterbedingungen, unterschiedliche Fahrbahnbeschaffenheiten und steile und kurvige Straßen ein
  • macht – wenn möglich – Platz, damit euch schnellere Fahrzeuge überholen können
  • Ladet euch eine gute Camping-App herunter, mit der euch alle kostenlosen und kostenpflichten Stellplätze angezeigt werden; wir empfehlen WikiCamps NZ (die kostet zwar 2 Euro, aber dafür ist es auch mit Abstand die beste App); kostenlose Alternative, allerdings mit weniger Stellplätzen ist CamperMate
Achtung: Linksverkehr
Fahrt nur ausgeschlafen und konzentriert. Viele Unfälle passieren den Touristen, weil sie nach dem langen Flug direkt los fahren und zu unkonzentriert oder müde sind. Der Linksverkehr macht es einem dann nicht leichter ;-).

Das Wohnmobil und die Fähre

Auf der Fähre auf dem Weg zur Südinsel
So gegen 5:30 Uhr auf der Fähre zur Südinsel…

Zwischen der Nordinsel (Wellington) und der Südinsel (Picton) fahren zwei Fähren in beide Richtungen, die Interislander und die Bluebridge. Für welche man sich entscheidet, liegt im wesentlichen am Budget. Die Interislander ist die etwas teurere Variante mit ein bisschen mehr Ausstattung und Entertainment. Die Bluebridge hat aber auch alles, was Familien und Singles für die 3-stündige Fährenfahrt brauchen und dabei noch etwas günstiger. Auf beiden Fähren gibt es Filme zu sehen und Spielplätze für die Kinder. Wir haben euch hier kurz die Themen zusammengefasst, die ihr bei der Buchung eurer Fähre beachten müsst, um entspannt mit dem Wohnmobil zu reisen:

  • bucht die Fähre erst, wenn ihr euch für ein Fahrzeug entschieden habt, da die Preise je nach Fahrzeuggröße variieren
  • bucht die Fähre, wenn euer Reiseplan es euch erlaubt, am besten mehrere Wochen im Voraus, gerade in der Hauptsaison; so spart ihr Geld und habt Einfluss auf die Uhrzeit, zu der ihr fahren möchtet
  • packt euch einen Rucksack mit Dingen, die ihr für die 3-stündige Fahrt braucht (ihr dürft nicht in eurem Fahrzeug bleiben und auch nicht während der Fahrt zurück ins Fahrzeug gehen)
  • nehmt euch unbedingt Zeit einfach oben an Deck zu sein, denn bei dieser Überfahrt erwarten euch unbeschreiblich schöne Natur und nicht selten auch zahlreiche Delfine, die das Schiff begleiten
  • wer dazu neigt seekrank zu werden, der sollte sich lieber für ein großes Schiff der Interislander entscheiden; bei Wellengang kann es auf den kleineren Schiffen der Bluebridge schon mal sehr schunkelig werden
  • rechnet mit Kosten zwischen 200 und 350 NZD pro Fahrt! (je nach Anzahl der Personen, Größe des Fahrzeuges, evt. Discounts, Uhrzeit, etc.)

Was man in Neuseeland auf gar keinen Fall verpassen darf:

Rafting in Rotorua – Nervenkitzel pur

Rafting war wirklich heftig. Die Tour, die wir gemacht haben, beinhaltete einen 7-Meter Wasserfall. Das ist tatsächlich nichts für schwache Nerven. Man muss schon ein sehr gutes Verhältnis zu Wasser haben, wenn man sich darauf einlässt. Zumal die Einleitung und Aufklärung auf Englisch waren und ich das ein oder andere Mal verunsichert war, als zum Beispiel „Strudel“ verstanden habe, aber nicht, wie man sich im Optimalfall verhält, wenn man in einen hinein gerät. Die Lösung ist übrigens, sich möglichst nicht zu bewegen, damit man vom Strudel wieder nach oben getragen wird. Greg hat wie immer die Nerven behalten und meine panischen Fragen alle beantwortet, bevor es los ging ;-).

Der Knaller, im wahrsten Sinne des Wortes, war übrigens, dass ich mich als erste in das Schlauchboot setzen durfte. Mutig stapfte ich hinein und setzte mich hin. Plötzlich: „P E N G“, das Schlauchboot ist geplatzt. Oh man…ich bin in Grund und Boden versunken. Also musste erst einmal das Schlauchboot ausgetauscht werden, bevor es dann los gehen konnte :D.

Trotz des großen Respektes, den man vor solch einer Tour zurecht haben sollte, hat es tierisch Spaß gemacht. Man schippert durch die atemberaubende Natur und nimmt dabei den ein der anderen Wasserfall mit. Die Guides erklären einem natürlich genau, wie man sich wann verhalten sollte. Es liegt dann an einem selbst, das auch zu tun :-). Beim 7-Meter-Wasserfall überkam mich die Angst und ich habe es nicht geschafft, wie der Guide es uns auftrug, mich nach vorne zu beugen und quasi kopfüber in den Wasserfall zu fallen. Und so kam es, dass alle sich brav vorbeugten und ich quasi aufrecht im Wasserfall hing und mich dabei einer gigantischen Hirnwäsche unterzog. Aua, das tat ganz schön weh…immerhin bin ich nicht heraus gefallen. Dafür gab es dann die mit Abstand lustigsten Fotos der Tour :-D.

Rafting Tour in Neuseeland

Rafting Neuseeland Wasserfall

 

Hot Water Beach – Gerade wenn es kalt ist, ein absolutes Muss!!!

Der Hot Water Beach befindet sich auf der Nordinsel in der Nähe der Stadt Whitianga. Der sogenannte Heißwasserstrand befindet sich 2 km oberhalb 170 Grad heißer Gesteinsschichten. Diese sind noch Überbleibsel vulkanischer Aktivität vor mehreren Millionen Jahren. Thermalwasser steigt nun zum Hot Water Beach auf und bereitet den Strandbesuchern Freude.

Mit einer Schaufel bewaffnet, sucht man sich einen schönen Platz und fängt an zu graben. Keine Angst, das geht rucki zucki. Nach einigen Minuten kommt heißes Wasser aus dem Boden und füllt euer gegrabenes Loch mit einem gemütlichen heißen Bad am Strand.

Loch buddeln am Hot Water Beach in Neuseeland
Greg buddelt fleißig, damit wir uns in unserem privaten Spa aufwärmen können…um kurz danach unsere Flip Flops an die Flut zu verlieren ;-).
Achtung: Nur wenn gerade Ebbe ist, kann man sich seinen warmen Spa am Strand buddeln.
Am besten geht ihr genau zur „low tide“, also zur Zeit der Ebbe. Diese könnt ihr auf https://www.thecoromandel.com/weather-and-tides/ einsehen. Die Ebbe-Zeit ist die mit dem „L“ davor. Aber auch zwei Stunden davor und danach habt ihr oft gute Chancen. Achtung, wenn das Wasser langsam wieder zurück kommt, wird es schnell sehr kalt. Unsere gemütliche Badewanne wurde schlagartig von eiskalten Wellen vernichtet, die dann auch noch unsere Flip Flops mit sich zogen :-D.

Übrigens, die Schaufel zum graben müsst ihr nicht unbedingt dabei haben. Wer nicht gerade zufällig seinen besten Spaten im Reisegepäck hat, der kann sich für wenig Geld im Cafe vor Ort einen kleinen Spaten ausleihen und muss nicht auf sein heißes Strandbad verzichten.

Welche Erlebnisse eure Reise mit dem Wohnmobil durch Neuseeland unvergesslich machen und welche Sehenswürdigkeiten ihr euch aus unserer Sicht sparen könnt, haben wir euch in unserem Video zusammen gefasst.

  • Whale Watching mit dem Hubschrauber in Kaikoura
  • Black Water Rafting
  • Kajak ausleihen im Abel Tasman Nationalpark

Gerne teilen wir mit euch unser Erfahrungen oder Recherchen zu anderen schönen Campingorten:

 

 

 

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