Niederlande – Warum das Land ein echtes Camperparadies ist

Hey du! Ja, genau du. Wie sieht’s aus, magst du Camping am Meer? Aufwachen und über weiße Sandstrände spazieren, mit Sonne auf der Haut und Sand zwischen den Zehen? Oder tauchst du lieber ins Grüne als ins Blaue – und dunkle Wälder und weite Wiesen sind deine Glücksorte? Vielleicht campst du zwar gerne, aber du willst trotzdem nicht auf Großstadttrubel, hippe Frühstückslokale und eine Prise Kultur verzichten?

Egal, bei welcher von diesen Beschreibungen du gerade heftig mit dem Kopf genickt hast: Ich habe das perfekte Urlaubsziel für dich und den geborenen Camper in dir. Was all diese Ziele gemeinsam haben? Dass sie zum selben, relativ kleinen europäischen Staat gehören. Ein bisschen nördlich von Deutschland und einen Ticken nach links. Halt, ja genau hier sind sie, die Niederlande!

Und um die geht es in diesem Artikel. (Aber das hast du dir bestimmt schon gedacht. Sonst hättest du wohl kaum auf die Überschrift geklickt …). Was du in deinem Campingurlaub in den Niederlanden machen kannst? Warum der Staat ein echter Traum für Camper ist. Wann du dorthin fahren solltest und mit welchem Wetter zu rechnen ist. Und außerdem: Warum Holland und Niederlande nicht das Gleiche sind! Um all diese Dinge geht es hier.

Fangen wir mit dem letzten Punkt an: dem Unterschied zwischen Holland und Niederlande. Holland umfasst nur zwei Provinzen: Nord- und Südholland. Die Niederlande (also die gesamte Fläche, die auf der Landkarte gleich eingefärbt ist) bestehen allerdings aus insgesamt 12 Provinzen. Wenn du nicht in Nord- oder Südholland Ferien machst – was ich dir durchaus empfehlen kann –, fährst du also nicht nach Holland, sondern in die Niederlande auf Urlaub. Umgangssprachlich werden beide Bezeichnungen jedoch als Synonym verwendet, also keine Sorge, wenn du den Unterschied bisher nicht wusstest.

Warum sind die Niederlande perfekt für Camping­urlaube?

Dafür gibt es jede Menge Gründe – und mir fällt keiner ein, der dagegenspricht!

Ein grundsätzlicher Vorteil ist es natürlich, dass die Niederländer selbst sehr gerne Wohnwagencampen (im Heimat- ebenso wie im Ausland). Darum ist die Camping-Infrastruktur toll ausgebaut. Außerdem sind die Locals sehr tolerant, offen und freundlich und sprechen in den allermeisten Fällen ausgezeichnet Englisch.

Weitere Vorzüge:

  • Von Deutschland mit dem Auto zu erreichen: Ein Mega-Bonus für Camper, die Zelt, Schlafsäcke, Polster, Campingkocher, Geschirr, Erste-Hilfe-Kasten und noch tausend andere Camping-Must-Haves im Schlepptau haben. Auto vollpacken, losfahren, ankommen, genießen – und keine Sorgen um flugtaugliches Gepäck und Übergewicht machen. Von München und Berlin bist du bis zur niederländischen Grenze rund 6,5 Stunden unterwegs.
  • Ideale Kombi aus Komfort-Camping und Natururlaub: Die meisten Campingplätze sind gut ausgestattet, mit sauberen Waschanlagen, Küche und so weiter. Es gibt auch Campingressorts, die sämtliche Annehmlichkeiten vom Pool über das Restaurant und den Supermarkt bis zur Kinderbetreuung bieten. Trotzdem bist du mitten in der Natur.
  • Viel zu tun: Je nach Region kannst du schwimmen oder an Strand und Seen chillen, Boot fahren, Wassersportarten machen, wandern, radfahren, kleine Dörfer besichtigen, dich durch Käse und andere lokale Leckereien kosten oder Ausflüge in größere Städte (z. B. Amsterdam) machen
  • Verschiedene Landschaften: Ich habe es am Anfang schon erwähnt, aber ich sage es gerne noch einmal: Vom Strand und dem Marschland bis zu Seengebieten, Wäldern und endlosen Feldern (inklusive denen mit Tulpen) ist am niederländischen Gelände alles dabei. Viele Regionen sind Naturparks, in denen unterschiedlichste Wildtiere leben.
  • Perfekt für Aktivurlauber: Und zwar nicht nur, weil es so viel zu tun gibt. Sondern auch, weil die Wander- und Radwege im ganzen Land hervorragend ausgebaut sind und gut gepflegt werden. Und sie sind meist so angelegt, dass sie an möglichst vielen Sehenswürdigkeiten vorbeiführen.
  • Relativ klein: Warum das ein Vorteil ist? Weil du unkompliziert und rasch von einer spannenden Region in die andere gelangst. Kürzere Distanzen = weniger Fahrzeit = mehr Zeit für Spaß!
  • Klischee-Schönheiten: Ja, all die besten Klischees über die Niederlande sind wahr! Tulpen: Siehst du, wenn du zur richtigen Zeit ankommst. Windmühlen: Jup, mach Radtouren dorthin. Käse: ausgesprochen lecker. Wie wäre es mit einem traditionellen Käsefest? Flach wie ein Pfannkuchen: Stimmt. Perfekt für gemütliche Freizeitradler und Wanderer.
  • Entspannt und familienfreundlich: Bedarf keiner Erklärung. So sind die Niederländer eben!

Noch mal die Campingplätze

Die verdienen eine eigene Überschrift; es gibt im ganzen Land verteilt nämlich mehr als 2000 davon! Viele befinden sich direkt am Wasser oder in idyllischen Landschaften. Häufig sind sie ausgezeichnet ausgestattet, mit Pools, Restaurants, Unterhaltungsprogramm und natürlich Wifi. Es gibt auch kleine, ruhige Plätze in Naturparks. An einigen Campingplätzen kannst du Leihzelte oder Trailer mieten, falls du doch lieber mit leichtem Gepäck anreist. Und fast überall sind Standplätze für Wohnwägen vorhanden – den (wahren) Gerüchten zufolge ist das schließlich das Lieblings-Reisevehikel der Niederländer.

Sogar in vielen Städten kannst du campen, z. B. in Amsterdam, Rotterdam und Den Haag.

Camping mit Hund?

Ja! In den meisten Fällen darfst du auch deine vierbeinigen Campinggenossen mitbringen. Frag zur Sicherheit vorher nach, ob Hunde am Campingplatz (und ggf. im Naturpark) erlaubt sind.

Preise

Was dich der ganze Spaß kostet? Das ist fast das Beste an der Sache: Camping in den Niederlanden ist nämlich ausgesprochen leistbar – vor allem, wenn du die Übernachtungskosten mit denen von Hotels oder Frühstückspensionen vergleichst. Für eine Nacht auf einem gut ausgestatteten Campingplatz zahlen zwei Personen insgesamt rund € 25. Weil du nach Belieben auswärts essen oder günstig vor dem Zelt kochen kannst und die meisten Aktivitäten (wandern, sonnenbaden, radfahren) ebenfalls erschwinglich oder sogar gratis sind, halten sich die Gesamtkosten für den niederländischen Campingurlaub sehr in Grenzen.

Und wenn du doch ein bisschen Glamour willst (oder auf mehr Komfort stehst)? Dann gibt es ausreichend Glampingoptionen an Stränden und in Wäldern. Dabei schläfst du im schick designten Tipi, im Luxus-Wohnmobil oder in der Jurte.

Warnung an Wildcamper

Auch wenn im Campingland Niederlande (fast) alles Gold ist, was glänzt, kannst du bei einer Sache ganz drastisch in … ahm … den Kuhdung treten. Wildcampen ist streng verboten. (Zur Erinnerung: Wildcampen bedeutet, dass du dein Zelt einfach da aufstellst oder deinen Wohnwagen da parkst, wo es dir gefällt). Das Wildcamping-Verbot gilt auch für Privatgrundstücke – anders als in vielen europäischen Ländern. Es gibt regelmäßige Kontrollen, und hohe Strafen werden vergeben. Ganz besonders scharf ist die Ordnungswache an Stränden und an touristischen Orten. Wer hier wild campt, riskiert schnell seine gesamte Urlaubskasse!

Wetter und Saisonen für Camper

Grundsätzlich kannst du von April bis Oktober recht problemlos campen. In den Sommermonaten liegt die Durchschnittstemperatur bei rund 20 Grad; im Frühling und Herbst kann sie bis auf 12 Grad fallen. Achtung allerdings: Im Juli und August sind Campingplätze, Städte, Museen und Co. ziemlich voll, weil jetzt natürlich Hauptsaison herrscht.

Regenfeste Kleidung und ein wasserfestes Zelt brauchst du übrigens das ganze Jahr über. Es kann nämlich jederzeit Regenschauer geben.

Besonders schön ist die Tulpensaison von März bis Mai. Tipp: unbedingt mit dem Fahrrad durch die Tulpenfelder fahren (entweder mit dem eigenen Rad oder dem Leihrad). Tulpenfelder sind im ganzen Land verstreut.

Was hat welche Region in den Niederlanden zu bieten?

Na, bin ich dabei, dich zu überzeugen? Überlegst du gerade scharf, ob die Niederlande auf deine Urlaubs-Bucketlist sollen? Aber irgendwie bist du noch nicht ganz sicher (oder weißt einfach nicht, wohin genau)? Vorschlag: Ich helfe dir bei der Entscheidung – und zwar einfach, indem wir besprechen, was wo ist, und dann jede einzelne Region kurz aufs Podium holen. Bereit? Super, los geht’s!

Du willst ans Meer?

Nichts leichter als das: Die Niederlande punkten mit 450 Kilometer Küstenlinie. Im Süden warten feine Sandstrände, viel Sonne und karibikblaues Meer. Im Norden befindet sich das Wattenmeer; hier siehst du auch Robben. Entlang der Küste reihen sich Orte und Städte in unterschiedlichen Größen aneinander, die alle ein eigenes Flair haben: hip mit Strandclubs, ruhig-verschlafen oder charmant-historisch.

Wie wäre es mit Kanufahren, mystischen Mooren und Vogelsafaris?

Ab in einen der vielen Nationalparks voller Marschland, Flüsse und Seen; entweder im Landesinneren oder Richtung Norden.

Radurlaub gefällig?

Quer durch die Mitte der Niederlande zieht sich ein breiter Streifen Radfahrerparadies. Fahr an Weingütern vorbei und mach halt in einem Café oder Restaurant in einer der vielen schönen Burgen und Schlösser.

Die niederländischen Provinzen im Detail

Limburg – Süden

Limburg grenzt direkt an Deutschland. Hier wechseln sich Weingüter mit Feldern ab. Im Nationalpark De Masuoinen spazierst oder fährst du mit dem Fahrrad durch Wälder, über Heideland und vorbei an flachen Teichen. Wer etwas mehr sportliche Herausforderung sucht, tritt bei den Hügeln des Nationalparks Dee Meinweg in die Pedale. Eine leckere Belohnung gibt’s dafür: In Limburg befinden sich nämlich ganz besonders viele Michelin-Stern-Restaurants, die in erster Linie mit lokalen Zutaten kochen. Eine besondere Delikatesse im Frühling ist der Spargel. Verbring einen Tag in einer der historischen Städte (Roermond, Maastricht, Venlo, Valkenburg), schieß ein paar Erinnerungsfotos und geh fein essen, bevor du auf dem Campingplatz in deinen Schlafsack kriechst.

Nord Brabant – Süden

Das ist eine der größeren Provinzen und im Sommer eine der wärmsten Regionen der Niederlande. Fast alle Niederländer finden, dass in den netten Kleinstädten dieser Provinz besonders freundliche Menschen leben. Vielleicht liegt das an der superschönen Natur im Biesbosch National Park und dem Naturpark Grote Peel? Da kannst du spazieren gehen, Kanu fahren und in der Natur-Idylle richtig tief durchatmen. Auch außerhalb der Naturparks wird’s nicht zu städtisch: Weite Landschaften und verstreute Seen prägen das Land; hin und wieder thront ein historisches Schloss im Grün. Du kannst hier übrigens sogar auf Farmen campen. Und für ein bisschen Action? Steht der größte Vergnügungspark der Niederlande mitten im Idyll.

Zeeland – Südwesten

Du willst Puderzuckerstrände, ein tiefblaues Meer und – ach ja – die meisten Sonnenstunden in den Niederlanden? Zeeland ist deine Provinz; hier dreht sich alles um Salz- und Süßwasser. Ganz nahe an der Küste befinden sich unzählige Seen. Viele Inseln vor der Küste können mit Dämmen und Brücken auf dem Trockenen erreicht werden. Zeeland ist besonders beliebt bei Familien mit Kindern, bei Wassersportlern und Anglern. Mach einen Bootsausflug, geh Windsurfen oder Kiten. Wassersport-Zentren sind die Orte Oostkapelle oder Breskens.

Oder zähl Schafe – bei einer Radtour wirst du auf viele davon treffen.

Viele Campingplätze befinden sich direkt am Meer oder in den Dünen. Wenn du hin und wieder gerne durch putzige Mittelalterstädte spazierst, sieh dich nach einem Campinggelände in der Nähe von Middleburg oder Vlissingen um.

Südholland – Südwesten

Alles, was Holland ausmacht, in einer einzigen Provinz? Jup, das gibt’s. Und zwar in Südholland. In der Gartenanlage Keukenhof wachsen Tulpen; auf grünen Feldern stehen Windmühlen und in den Städten reihen sich Fachwerkshäuser an die Kanäle; zum Beispiel in Rotterdam und Den Haag. Das heißt aber nicht, dass du auf Sandstrände verzichten musst. Mach zumindest einen Tagesausflug zum Küstenort Scheveningen mit Kurhaus und Pier. Im quirligen Städtchen Kijkduin stehen Strandclubs an den feinsandigen Stränden. Und etwas außerhalb des Trubels urlauben Familien.

Noch einmal zurück zu den inoffiziellen Stars der Region: den Windmühlen von Kinderdijk. Insgesamt sind es 19 Stück, die alle um 1740 gebaut wurden. Am besten kommst du mit einer Wander- oder Radtour an sie heran.

Nordholland – Nordwesten

In dieser Provinz liegt die Hauptstadt Amsterdam. Darum ist sie perfekt für Camper, die von allem das Beste wollen. Also: Stadtausflug nach Amsterdam. Strandtag und Dünenwanderung in Zandvoort – dieser Ort ist nur 30 Zugminuten von Amsterdam entfernt. Familien-Strandziele sind Egmond aan Zee und Bergen aan Zee. In Bloemendaal geht es hingegen eher trendy zu. Windmühlen siehst du in Zaanse. Und wenn du Käse magst, koste dich durch die Käsemärkte in Alkmaar und Edam. Danach kannst du das Käsekoma bei einem Spaziergang zu einem der charmanten Kanäle loswerden. Ja, natürlich stehen auch hier die holland-typischen bunten Stadthäuser.

Du kannst außerdem mit der Fähre zur nördlichen Insel Texel fahren. Die ist nur 20 Fährenminuten von Den Helder entfernt. Hier gibt es 30 km Sandstrand, Naturreservate voller Robben und Vögel, das Wattmeer und gemütliche Dörfer. Übernachte auf einem der Campingplätze und mach tagsüber eine Insel-Radtour.

Utrecht – Südwesten

Die kleinste Provinz ist ein Stückchen Märchenland: In der grünen Landschaft verstreut stehen hier wunderschöne Schlösser, Burgen und eindrucksvolle Landgüter. Utrecht ist die perfekte Provinz für Radurlaube. Hier gibt es besonders viele Radwege; unter anderem im Nationalpark Utrechtse Heuvelrug. Tipp: Plane deine Radroute so, dass du zur richtigen Zeit an einem Schloss vorbeikommst. In vielen davon sind nämlich Cafés oder Restaurants einquartiert. Noch mehr Restaurantkultur kannst du in Utrecht genießen. Oder trink einen entspannten Kaffee in dem kleinen Städtchen Amersfoort. Auf den Vinkeveense Plassen-Seen sind verschiedene Wassersportarten möglich.

Gelderland – Südosten

Noch eine Traumprovinz für Radfahrer und Wanderer. Roll oder spaziere durch kleine Dörfer und an Schlössern vorbei und mach an einem der ausgedehnten Weingüter halt. Im Nationalpark De Hoge Veluwe siehst du Rehe, Hirsche und Wildschweine. Und der Nationalpark Weerribben-Wieden besteht aus verbundenen Wasserflächen. Die kannst du mit dem Kanu, einem elektrischen Boot oder Ruderboot entdecken. Mögliche Tiersichtungen: Otter, Reiher und Kormorane.

Die markante Landschaft hier wurde übrigens von Menschenhand durch das Torfstechen geschaffen!

Flevoland – Mitte

Das ist die jüngste Provinz der Niederlande. Und sie hat von allem ein bisschen was: Strand, Städte, weite Wiesen und Blumenfelder. Besonders cool ist die Stadt Almere mit ihrer modernen Architektur, den Stadtstränden und vielen Wassersportmöglichkeiten. Im Grünen sind Wild, Wildschwein, Robbe, Biber und viele Wildvögel unterwegs. Im Naturpark Lelystad leben wilde Przewalski-Pferde. Und in den Oostvaardersplassen Seen regieren Schilfrohr und Sumpfland.

Overijjsel – Osten

Überraschung: Die Niederlande haben ihre eigene Venedig-Version! Dabei ist die Stadt Giethoorn gemeint, in der alle Häuser am Wasser stehen. Wasser ist überhaupt das dominierende Element in Overijstel: Flüsse, Seen und Marschland wechseln sich ab mit uralten Wäldern, Feldern und Wiesen. Und wer in historischen Kleinstädten gerne verzückt das 528. Foto vom „wirklich schönsten“ Stadthaus schießt, sollte die hanseatischen Orte Zwolle und Kampen besser nur mit aufgeladener Kamera besuchen. In Overijjsel befindet sich auch einer der schönsten Schlossgärten des Landes. Er gehört zum Schloss Weldam und hat natürlich ein Heckenlabyrinth.

Drenthe – Nordosten

Viel Natur, viel Ruhe und ein bisschen Geschichte gefällig? Dann komm nach Drenthe, wo die älteste Siedlung der Niederlande stand. Die Hunebedden beweisen es. Dabei handelt es sich um 5000 Jahre alte Steingräber.

Sonst gibt es hier Sümpfe, Heideland und Flugsand. Der Dwingelderveld Nationalpark ist voller Wälder und flacher Seen. Achtung: Es gibt hier sogar Treibsand. Aber wenn du auf den Fahrrad- oder Fußpfaden bleibst, ist alles gut. Vielleicht entdeckst du sogar Spechte, Bussarde, Falken, Vipern, Grasschlangen oder Rehe.

Im Nationalpark Drents-Friese Wold befindet sich der zweitgrößte Wald der Niederlande. Von den vielen Aussichtstürmen blickst du in der Vogelperspektive auf den Park. Du kannst zum Beispiel die grasenden Rinder von oben beobachten. Tipp: Mach einen Ausritt oder eine Mountainbike-Tour durch den Wald.

Friesland – Norden

Hierher kommst du nicht unbedingt für Stadtleben und Barszene (obwohl wenn die Provinzhauptstadt Leeuwarden einige Überraschungen bereithält). Was in Friesland wirklich besonders ist: das Wattmeer (UNESCO Weltnaturerbe), das bei Ebbe komplett trocken und bei Flut völlig überschwemmt ist. Mach unbedingt eine Wattwanderung!

Wunderbar ursprünglich und friedlich sind die Wadden Islands mit ihren weiten Wiesen, auf denen Kühe und Schafe grasen, den verstreuten Dörfern und dunklen Wäldern. Fähren verkehren zwischen dem Festland und den insgesamt vier Wadden Islands. Bei Bootsausflügen kannst du Robben sehen.

Auch sonst ist „Urlaub am Wasser“ ein hervorragendes Argument für den Campingtrip nach Friesland. Im Nationalpark Alde Feanen erforschst du ein ausgedehntes Netzwerk an Seen und Kanälen mit dem Boot oder Kanu. Dabei durchquerst du Schilffelder und sumpfige Waldabschnitte.

An der Grenze zu Groeningen befindet sich der 6000 Hektar große Lauwersmeer Nationalpark mit Wasserflächen, Wiesen, Wäldern und Orchideenfeldern. Hier fühlen sich verschiedenste Vogelarten wohl (und Vogelbeobachter ebenfalls). Haubentaucher, Wildgänse, Löffelreiher, Braunkehlchen und sogar Seeadler gehören dazu. Geh zu Fuß, mit dem Rad oder Boot auf Vogelsafari. Heißer Tipp: nachts in den Himmel schauen. Aufgrund der fehlenden Lichtverschmutzung strahlen die Sterne hier besonders hell.

Groningen – Nordosten

Groningen befindet sich östlich von Friesland und ist die nördlichste Provinz der Niederlande. Wer Lust auf ein bisschen Stadtleben hat, besucht die quirlige Studentenstadt Groningen. Das Städtchen Bourtange wurde zum Open-Air-Museum umfunktioniert. Und Natur gibt es natürlich auch zur Genüge: Mach einen Ausflug ins Watt, in den Lauwersmeer Nationalpark oder nimm dir eine der vielen hervorragend gepflegten Radrouten vor. Es gibt sogar ein Robben-Krankenhaus, das du besuchen kannst.