Dein kompletter Guide zum Wildcampen im Zelt – wie, wo und warum

Blick aus der Vogelperspektive: Ein knalloranges Zelt steht direkt auf einer Bergkuppe. Mega-Ausblick vom Schlafsack aus. Anstoßen mit Camping-Tassen. Und die Camperin im Kuschelpulli mit verträumtem Lächeln; vielleicht mit einem ebenso kuschligen Hund an ihrer Seite. Na, wie oft hast du solche und ähnliche Fotos schon in gewissen bildlastigen Social-Media-Netzwerken gesehen?

Und dir dabei zwei Dinge gedacht: 1) Das will ich auch! Und 2) Aber das schaffe ich nicht, denn Wildcampen ist nur was für echte Abenteurer – und nichts für Campingplatz-Softies wie mich.

Halt. Stopp. Zurückspulen, bitte! An den eben beschriebenen Sätzen ist so einiges falsch! Erstens hat ein oranges Zelt die völlig falsche Farbe für Wildcamping-Abenteuer. Zweitens weht auf Bergkuppen meist ein gemeiner Wind, der jeden entspannten Schlummer über den Haufen bläst. Und drittens ist Wildcamping für jedermann und jede Frau schaffbar – ja, auch für dich. Du musst dich nur schlau vorbereiten und dir etwas Wissen anlesen. Und – ganz wichtig: Dich gründlich über die Gesetzeslage informieren, damit aus dem epischen Erlebnis kein teurer Spaß wird.

Aber für den Informier-Teil bin schließlich ich hier. Los geht’s!

Ganz von vorne: Was fällt überhaupt unter Wildcamping?

Grundsätzlich jedes Campingabenteuer, bei dem du dein Zelt, deinen Schlafsack oder deinen Wohnwagen NICHT auf einem Campingplatz, einem Festivalgelände oder in Omas Garten parkst. Sondern in Wäldern, auf Wiesen, auf Almen oder an Stränden. (Achtung: Auf Letzteren gibt es besonders oft ein Campingverbot mitsamt Abstrafungen.) Wir unterscheiden außerdem zwischen tatsächlichem Wildcamping in einem Zelt mit allem Drum und Dran. Und Biwakieren unter freiem Himmel, im Schlafsack und vielleicht unter einer Plane. Dieser Unterschied ist wichtig, weil Biwakieren an manchen Orten erlaubt, eher geduldet oder zumindest nicht explizit verboten ist. Ausdrückliche Camping-Verbote (mit Zelt) gibt es viel häufiger.

Achtung: Camping im Wohnwagen, dem Wohnmobil oder das Schlafen im Auto lasse ich in diesem Artikel eher links liegen. Dafür gibt’s nämlich wieder separate Regelungen, Tipps, Tricks und Weisheiten. Wir konzentrieren uns hier auf die Sache ohne mobilen Untersatz!

Ist Wildcamping eigentlich legal?

Jein! Wer ganz legal wildcampen will, hat es richtig schwer. Schon in Deutschland gibt es je nach Bundesland unterschiedliche Regelungen, viel Auslegungsspielraum und jede Menge Graubereiche. Letztere kannst du dir aber gut zunutze machen.

Hier kommt auch noch einmal der erwähnte Unterschied zwischen Campen und Biwakieren ins Spiel. Zwischen spontanem „Rasten“ und vorsätzlichem „Campen“ wird gesetzmäßig häufig differenziert. Das heißt, dass Zelten vielleicht verboten, Rasten oder Biwakieren aber in Ordnung ist. Tatsächlich gibt es in Deutschland kein Gesetz, das Biwakieren dezidiert verbietet. Und in vielen Gebieten ist Wildcamping (im Zelt) zwar nicht ausdrücklich erlaubt, wird aber geduldet – wenn du keine eindeutigen Gesetze übertrittst.

Wo Camping aber auf jeden Fall verboten ist (und auch abgestraft wird):

  • In Naturschutzgebieten – das sind Nationalparks und Biosphäre-Reservate
  • an Küstenbereichen, Stränden und Dünen
  • auf Privatgrundstücken und in Privatwäldern ohne Erlaubnis des Eigentümers
  • in öffentlichen Wäldern

Was dich außerdem darauf hinweist, dass du hier besser nicht zelten solltest? Genau: Schilder, die geheime Botschaften wie „Betreten der Grünfläche verboten“, „auf den Wegen bleiben“ oder gar „Zelten verboten“ in die Welt verkünden!

Vorsicht auch in den Bundesländern Niedersachsen, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen und im Saarland. Hier ist das Wildzelten in freier Landschaft überall verboten – und zwar ohne Ausnahme! Und in Bremen darfst du nicht auf Feldern zelten; sonst gibt es keine übergreifenden Verbote. Ein schlauer Trick vorsichtiger Wildcamper: Großgrundbesitzer ausfindig machen und freundlich anfragen, ob du vielleicht ein oder zwei Nächte auf deren Grundstück campieren darfst.

Wenn du ganz auf der sicheren Seite sein möchtest, gibt es in Deutschland auch Trekking-Campingplätze oder Naturlagerplätze, die rudimentär für wenige Zelte und wenige Nächte ausgestattet sind. Einige dieser Halbwild-Campingplätze sind gratis, andere kosten 10 Euro pro Nacht. Manchmal bieten sie Komposttoiletten, Feuerstellen oder fließendes Wasser.

Du findest sie

  • in der Eifel
  • in Schleswig-Holstein
  • im Pfälzer Wald
  • vereinzelt in Bayern
  • im Schwarzwald

Heißer Tipp: Über die Website https://1nitetent.com/ findest du Privatpersonen, die es Campern erlauben, ihr Lager auf dem eigenen Privatgrund aufzuschlagen. Manche erbitten eine Anmeldung per E-Mail, andere lassen dich Fließwasser oder sogar das WC benutzen.

Außerhalb Deutschlands …

… unterscheiden sich die Wildcamping-Regelungen von Land zu Land. Während Wildcampen in nordischen Ländern wie Schweden und Norwegen zum Grundrecht gehört, musst du in Portugal oder Griechenland mit saftigen Strafen rechnen, wenn du dein Zelt außerhalb der Campingplätze aufschlägst. Weiter unten gibt es einen ausführlichen Überblick zur Wildcamping-Gesetzeslage vieler europäischer Länder.

Wichtig: Wildcamping-Verbote bestehen meist nicht, weil dich jemand nerven will. Sondern, weil in der Vergangenheit zu viele Reisende zu viel Müll hinterlassen und die Umwelt damit unschön belastet haben.

4 Dinge, die dich überall zum Camping-Kriminellen machen:

Unerlaubtes Betreten von Privatgrundstücken: Du schlägst dein Zelt wo auf, und dem Grundbesitzer ist das nicht recht. Meist erkennst du Privatgrundstücke – Bingo – an einem Zaun. Der steht nicht ohne Grund da. Bleib draußen oder frag höflich um Camping-Erlaubnis, wenn du den Besitzer erspähst. Aber bitte schon, bevor du den ersten Hering in die Erde jagst.

Verursachte Schäden: Zum Beispiel, wenn du – wie im beliebten Schlager – dein Bett ins Kornfeld verlagerst und dabei viele Halme umknickst.

Umweltverschmutzung: Solltest du dir ohnehin nirgends zu schulde kommen lassen. Was du mitbringst, nimmst du auch wieder mit nach Hause. Ganz einfach. In vielen Ländern werden für Umweltsünder heftige Bußgelder fällig.

Feuer machen: Häufig verboten, um die Gefahr von Waldbränden einzudämmen. Vorher informieren, was erlaubt ist und was nicht; und im Zweifelsfall lieber kalte Würstchen essen. Auf illegales Zündeln stehen oft hohe Strafzahlungen.

Die Konsequenzen für verbotenes Wildcamping …

… reichen von einem freundlichen Hinweis der Anrainer zu einem aufgebrachten Jäger mit laut kläffendem Hund, der dich frühmorgens vertreibt. Schlimmstenfalls musst du mit einer saftigen Strafe rechnen, die dir schneller aufgebrummt wird, als du dich aus deinem Schlafsack schälen kannst.

Warum du dich von der dubiosen Rechtslage trotzdem nicht abschrecken lassen solltest

Ja, es nervt, dass die EU zwar bestimmt, wie Speisekarten auszusehen haben, aber nicht, wie und wo Wildcamping erlaubt ist. Es ist auch nicht besonders abenteuerlich, dich erst mal lange und gründlich durch Vorschriften und Foren zu lesen, bevor du in die freie Natur eintauchst. Aber: Wenn du dann mal draußen bist, wenn es nur noch dich, dein Zelt und die Wildnis gibt, dann vergisst du diesen Ursprungs-Aufwand ganz schnell wieder. Und schlummerst nachts umso besser. Wetten?

Denn Wildcamping ist einfach wunderschön. Du erlebst dabei eine völlig andere Art der Erholung als im Wohnwagenpark oder auf dem Campingplatz, lernst dich und deine Mitreisenden besser kennen und findest höchstwahrscheinlich auch heraus, dass du tatsächlich tougher bist, als du gedacht hättest!

Was dir Schönes passieren kann:

  • Du steckst deine Nase aus dem Zelt und blickst einem Reh ins Gesicht
  • Du stellst deine innere Uhr zurück und erkennst plötzlich, dass auch DU frühmorgens ausgeschlafen sein kannst
  • Du gerätst in nette Pläuschchen mit Einheimischen und wirst auf ein Getränk oder ein warmes Essen eingeladen
  • Du fühlst dich wie ein echter Abenteurer und kommst mit einer Menge toller Geschichten nach Hause

Was dir außerdem passieren könnte

(weil du keine Lust hast, diesen Artikel zu Ende zu lesen, und denkst, du weißt schon aaaaalles)

  • Du setzt deinen Fuß aus dem Zelt und trittst direkt in einen Kuhfladen
  • Du wachst auf, wenn ein fremder kleiner Dreikäsehoch seine Nase in dein Zelt steckt und schreit: „Papa, da drin schläft ja wer“! (Klassischer Fall von: falschen Platz gewählt)
  • In der Nacht regnet es und du findest heraus, dass dein Zelt doch nicht ganz wasserfest ist

Kleiner Trost: Jedes dieser Erlebnisse lässt sich hervorragend in eine tolle Party-Anekdote umwandeln!

7 goldene Regeln für alle Wildcamper

Damit du mehr von ersteren und weniger von zweiteren Situationen erlebst!

  • Komm spät an und reise früh weiter (im Dunkeln wirst du viel eher NICHT entlarvt)
  • Beweg dich (fast) alleine (nur ein Mitreisender und maximal zwei Zeltparteien an einem Campingfleck, bitte)
  • Sei leise (keine laute Musik, keine lauten Stimmen oder zu viel Gelächter; das verschreckt die Wildtiere und erregt unerwünschte Aufmerksamkeit
  • Bleib nur eine (oder maximal zwei) Nächte an einem Ort (das zählt zur Wildcamping-Etikette, auch in lockeren Ländern wie Schweden)
  • Pack deinen Müll wieder ein (Umweltverschmutzung ist schließlich an vielen Orten der Grund, warum Wildcamping überhaupt verboten ist)
  • Such dir einen Standplatz, der nicht in der Nähe von Häusern, Straßen, Orten oder Privatgeländen ist
  • Setz auf eine erprobte, solide und simple Ausrüstung: kein wasserempfindliches Hightech, keine Knallfarben und nicht zu viel einpacken

Ganz grundsätzlich gilt außerdem: Trotz aller Gesetzesvorschriften schadet es nicht, den gesunden Menschenverstand einzusetzen. Wer Privatgrundbesitzer freundlich um Camping-Erlaubnis fragt oder sein Zelt leise auf einem einsamen Stück Landschaft aufschlägt, um nach einer kurzen Nacht im Schlafsack früh und spurlos zu verschwinden, kommt vermutlich in den meisten Fällen recht straffrei davon.

Was sind die Must Haves für den Wildcamping-Trip?

Grundsätzlich gilt: Pack normales Camping-Equipment ein. Aber versuche, möglichst leicht zu packen. Jedes Extra-Shirt und Deo musst du schließlich selbst schleppen; Übergepäck abwerfen geht in der Natur schließlich auch nicht!

Absolute Must-Haves sind natürlich:

  • Ein leichtes, wasserfestes Zelt in gedeckten Farben (am besten in Grün- oder Brauntönen; stell es vorher testweise einmal auf!)
  • Schlafsack und Unterlage
  • Zubehör für die Camping-Küche: Campingkocher + Treibstoff, Besteck, Geschirr
  • Nahrungsmittel: Trockene Lebensmittel z. B. Pasta, Couscous, Haferflocken … sind leicht und schnell zubereitet. Vergiss außerdem nicht, jede Menge energieliefernde Snacks Die Wildcamping-Action macht hungrig!
  • Kleidung zum Wechseln: Tipp: In Dry-Bags packen, damit nichts nass wird. Zum Schlafen ist Thermo-Unterwäsche schlau; Regenschutz gehört ebenfalls ins Gepäck
  • Genug Wasser, befüllbare Flasche oder Wasserblase, Wasserfilter oder Wasserreinigungstabletten, damit du Trinkwasser aus Flüssen schöpfen kannst
  • Stirnlampe: Weil du garantiert entweder dein Zelt im Dunkeln aufstellen oder nachts auf die Naturtoilette gehen musst (oder beides!)
  • Erste-Hilfe-Box (Leicht, klein und praktisch. Hier gilt keine Ausrede!)
  • Feuchttücher (irgendwie musst du die Dusche schließlich ersetzen)
  • Toilettenpapier (bitte nach der Benutzung nicht eingraben, sondern wieder mitnehmen)
  • Luftdicht verschließbare Müllbeutel
  • Orientierungshilfe: Offline-Karten am Smartphone und Powerbanks oder „echte“ Karte und Kompass

Und: Vergiss das Kamerastativ nicht – du willst schließlich auch ein Mega-Insta-Bild schießen können!

Wenn du deinen Rucksack befüllst, gelten drei Regeln:

  • Schwere Gegenstände als Erstes einpacken
  • Alles, was tropfen oder auslaufen könnte (oder nicht nass werden darf), muss in Dry Bags
  • Dinge, die du schnell zur Hand haben willst (Stirnlampe, Regenschutz), gehören so ins Gepäck, dass du – ganz genau – auch wirklich schnell darauf zugreifen kannst!

Tipps für die Verpflegung beim Wildcamping

  • Überlege dir, wie anstrengend die geplante Tour wird, berechne deinen groben Kalorienbedarf und pack entsprechend viele Snacks und Lebensmittel ein. Energieriegel und Nüsse geben schnelle Energie und brauchen nicht viel Platz.
  • Entsorge Lebensmittelverpackungen, wo es möglich ist. Dann musst du später weniger Verpackungsmüll mit dir herumtragen. Wenn du deine Vorräte stattdessen in luftdicht verschließbare Boxen packst, reduzierst du gleichzeitig Gerüche, die wilde Tiere anlocken könnten.
  • Du musst beim Wildcampen nicht unbedingt kochen: Viele Abenteurer setzen auf kalte, essfertige Nahrung (z. B. Wraps, Trockenwürste usw.) und genießen es, sich nicht mit einem Campingkocher zu beschäftigen
  • Andere Camper schwören auf kleine, leichte Backpacking-Campingkocher, mit denen du Wasser für Tees, Suppen und Haferbrei erhitzen kannst

Den richtigen Platz für dein Zelt finden

Überleg dir schon zuhause, wo es hingehen soll, und wo in deinem Zielbereich du campen möchtest – zumindest ungefähr. Das verratest du am besten auch jemandem, den du magst. Wenn du beim Wildcampen von Aliens entführt wirst – oder dir etwas ähnlich Unvorhergesehenes passiert – wissen deine Angehörigen zumindest, in welcher Ecke der Natur du zuletzt unterwegs warst.

Lade außerdem Offline-Karten herunter und markiere die entsprechenden Bereiche, an denen du nach einem Platz für dein Zelt suchen möchtest. Nicht überall wirst du Handyempfang haben.

Komm rechtzeitig vor Sonnenuntergang an und gehe direkt auf die Suche nach dem perfekten Fleck:

  • Checke die Umgebung: Sind Straßen, Häuser und beliebte Party-Gelände weit genug entfernt, und verschmilzt dein Zelt zumindest einigermaßen mit der Umgebung?
  • Untersuche den Boden: Ist er feucht oder besonders steinig oder dornig?
  • Schau dich nach möglichen Risiken um: Bleibt der Untergrund deines Zeltes trocken, wenn es zu regnen beginnen sollte, oder steht es in einer Senke? Könnten Äste oder Steine auf das Zelt fallen?
  • Achtung am Strand: Könnte eine besonders hohe Flut deinen Schlafplatz in einen Badeplatz verwandeln?
  • Vorsicht auch, wenn besonders viel Tierdung umherliegt: Unter Umständen befindest du dich gerade am Lieblingstreff der lokalen Kühe und würdest am nächsten Morgen dementsprechend von lauten Muuuuhs geweckt werden. Alles schon passiert!
  • Wie windgeschützt ist der Platz? Mehr Wind bedeutet zwar weniger fliegende Insekten, aber auch einen unruhigeren Schlaf.
  • Wenn du bei warmem Wetter an einem Gewässer campst, wirst du höchstwahrscheinlich außerdem mit einem Moskito-Ansturm zu kämpfen haben.

Übrigens: Wenn du auf die Toilette musst, dann stell dir doch bitte vor, du wärst eine Katze. Das heißt: Such dir einen Fleck aus, der mindestens 50 Meter von fließenden Gewässern entfernt ist. Buddle ein Loch, mach hinein und grab das Loch wieder zu. Verwendetes Klopapier bitte NICHT miteingraben, sondern in einem luftdicht verschließbaren Müllbeutel mitnehmen. Das Papier braucht nämlich sehr lange, bis es zerfällt. Davor würde es höchstwahrscheinlich von einem Tier ausgegraben und vom Wind umhergeweht werden – und dafür willst du bestimmt nicht verantwortlich sein, oder?

So. Du weißt, was du brauchst. Und wie du dich beim Wildcamping benehmen musst. Jetzt aber ganz konkret: Wohin soll es für den nächsten (oder ersten) Camping-Trip in der Wildnis gehen?

Deutschland haben wir ja oben schon abgehakt. Aber was ist mit anderen europäischen Ländern?

Achtung, ein wichtiger Hinweis noch: Ich habe zwar mein Bestes getan, um die Rechtslage möglichst gründlich zu recherchieren. Die kann sich aber in jedem einzelnen Land jederzeit ändern. Sieh diese Liste deshalb bitte NUR als soliden Ausgangspunkt für deine eigene Recherche, und nicht als rechtsverbindliche Auskunft. Danke!

Wo ist Wildcamping erlaubt (und außerdem wunderschön)?

Schweden: Hier (und in Norwegen) ist Wildcampen ein Grundrecht – und die Natur ist wunderschön. Du zeltest gratis und völlig legal, und wirst als Wildcamper rundherum akzeptiert. Die einzigen Vorgaben: Bleib nicht länger als zwei Tage an einer Stelle, und mach kein Lagerfeuer. Das ist nämlich fast überall verboten. Achtung: Die Camping-Freiheit gilt nicht für Wohnwagen-Camper.

Norwegen: Wildes Camping ist absolut erlaubt und außerdem wunderschön.

Finnland: Auch hier darfst du fast überall wild campen, solange du kein Feuer machst.

Estland, Lettland, Litauen: Campen ist überall erlaubt, nur nicht in Nationalparks, Naturschutzgebieten und auf Privatgrundstücken. Mach aber bitte keinen Lärm und nimm deine Abfälle wieder mit.

Schottland: Die Mega-Landschaft der grünen Glens darfst du nach Herzenslust mit dem Zelt im Gepäck erkunden! Abgesehen von wenigen, genau definierten Bereichen ist Wildcampen überall erlaubt. Achtung: Diese Großzügigkeit gilt nicht für das gesamte Vereinigte Königreich, sondern nur für Schottland! In England, Nordirland und Wales sind die Campingregeln deutlich strenger.

Albanien: Du darfst überall campen, außer auf Privatgrundstücken, in der Nähe von staatlichen Gebäuden und in Nationalparks und Naturschutzgebieten.

Rumänien: Wildcamping ist im ganzen Land erlaubt; ausgenommen sind Naturschutzgebiete. Achtung: In den Bergen gibt es Bären – Wildcampen ist hier deshalb eher gefährlich!

Russland: Wildcamping ist erlaubt – das gilt auch für Wohnwagen-Camper.

Wo ist die Lage nicht so eindeutig?

Italien: Wildcamping ist grundsätzlich verboten und wird in touristischen Gebieten und an den Küsten auch abgestraft. Im Inland wird es jedoch meist toleriert.

Spanien: Jede Region hat eigene Regelungen. Wildcamping wird nahe der Atlantikküste und im Inland zwar toleriert, aber nicht auf Privatgrundstücken – und die machen einen Großteil der spanischen Landschaft aus. Der Boden im Inland ist oft von Steinen und Dornen gespickt– nicht das perfekte Land für den Mehrtages-Wildcampingtrip also! Vorsicht: An der Mittelmeerküste, an Stränden und in Naturschutzgebieten gilt ein strenges Wildcamping-Verbot, das kontrolliert und mit hohen Strafen durchgesetzt wird.

Frankreich: Versuch gar nicht erst, in Nationalparks, entlang der Küste oder in der Nähe von Sehenswürdigkeiten (wie dem Eiffelturm) zu campen. Da verstehen die französischen Ordnungswächter keinen Spaß und teilen auch hohe Strafen aus. Im Umland sieht die Lage viel besser aus: Viele kleine Gemeinden haben eigene Regelungen für Camper. Es gibt häufig Gemeindewiesen, auf denen du dein Zelt gratis aufstellen darfst. Wie du erfährst, was geht und was nicht? Indem du einfach im jeweiligen Rathaus nachfragst – und wenn du das auf Französisch machst, kriegst du gleich Extra-Sympathiepunkte dazu.

England: Hier ist Wildcamping grundsätzlich verboten. Es gibt aber Sonderregelungen im Dartmoor National Park. Und bestimmte Farmen in Wales erlauben es Campern, auf einzelnen Wiesen zu übernachten.

Dänemark: Camping ist zwar in vielen Wäldern gestattet, aber nicht in allen! Auch auf Stränden darfst du nicht campen. Gesetzesübertreter werden sogar abgestraft. Auf wildes Wohnwagen-Camping stehen ebenfalls Strafen. Grundsätzlich gilt an Orten, wo campen erlaubt ist: nur eine Nacht bleiben, maximal zwei kleine Zelte aufstellen, und weit weg von Häusern und Straßen positionieren. Mach kein Feuer und nutze keine Billig-Kocher, die umkippen und Brände auslösen könnten. Es gibt übrigens auch Naturlagerplätze, an denen du WC, Fließwasser und Feuerstellen hast.

Belgien: Wildcamping ist verboten. Es gibt offiziell gekennzeichnete „Pfahlcampingplätze“ in der Wildnis, an denen wenige Zelte aufgestellt werden dürfen.

Bosnien: Wildcampen ist gesetzlich verboten, wird aber meist geduldet. Alternativ einfach Einheimische um Erlaubnis bitten, ob du auf dem Privatgrundstück campen darfst. Meist ist das kein Problem.

Polen: Camper werden abseits der Küste meist toleriert, sonst aber abgestraft. Vorsicht in beliebten Wandergegenden wie dem Tatra Nationalpark – hier stellst du dein Zelt besser nicht auf.

Österreich: Wildcamping ist grundsätzlich verboten; besonders streng sind die Österreicher bei Wäldern oder auf Privatgeländen. Toleriert werden Camper am ehesten in den Bergen, über der Baumgrenze. Du darfst auf Parkplätzen für eine Nacht im Auto schlafen.

Schweiz: Grundsätzlich ist wildes Campen erlaubt. Aber es gibt viele Sonderregelungen und Verbote, die von den einzelnen Kantonen ausgegeben werden. Wenn du beim Regelbrechen erwischt wirst, drohen Strafen, die an das Preisniveau der Schweiz angepasst sind. Oberhalb der Waldgrenze, in den Bergen, ist Wildcamping meist gestattet.

Hier ist Wildcamping eindeutig verboten:

  • Ungarn
  • Portugal (Gerade an der Küste keinesfalls zu empfehlen; es wird fleißig kontrolliert und abgestraft)
  • Kroatien
  • Serbien
  • Griechenland (Theoretisch streng verboten, wird in nicht touristischen Gebieten aber meist toleriert)
  • Bulgarien
  • Tschechien (Hier gibt es viele Kontrollen, besonders für Wohnwagencamper!)
  • Slowakei (Das Campingverbot gilt auch auf Privatgründen und für Wohnwägen auf Parkplätzen)
  • Niederlande (Besonders in touristischen Gebieten werden strenge Strafen verteilt, legale Pfahlcampingplätze gibt es leider nicht mehr)

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